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Sehen, ohne gesehen zu werden – Wie wird verspiegeltes Glas hergestellt?

Spiegelglas ist nicht nur funktional, sondern macht auch als dekoratives Gestaltungselement einiges her. Doch wie sieht es mit dem Aufbau, der Herstellung und der Funktionsweise von Spiegelglas aus? In der Regel wird das einseitig durchlässige Fensterglas im sogenannten Magnetron-Sputter-Verfahren hergestellt. Dabei handelt es sich um ein physikalisches Verfahren, bei dem die spezielle Beschichtung im Hochvakuum einer Magnetron-Anlage auf normalem Flachglas aufgebracht wird. In diesem Zuge werden einseitig nacheinander mehrere Schichten aufgesputtert (to sputter = zerstäuben).

Zum Schluss wird das Glas mit einem farblosen Lack versiegelt. Je nach Art, Stärke und Zusammensetzung der Beschichtung lässt der Lack Lichtstrahlen in unterschiedlicher Intensität durch. Hier gilt: Die von der Spiegelseite kommende Lichtintensität muss wesentlich höher sein als die auf der Rückseite des Spiegels (im Innenraum) befindliche. Kehren sich die Lichtverhältnisse gegen Abend um, verschwindet dementsprechend auch der Spiegeleffekt.

In welchen Bereichen ist der einseitige Spiegeleffekt sinnvoll?

Einseitig verspiegeltes Glas hat einen ungeheuren Vorteil: Es bietet den Menschen im Inneren des Raumes einen optimalen Sichtschutz. Daher kommt es insbesondere in öffentlichen Verwaltungen und Bürohäusern zum Einsatz. Auch Krankenhäuser, Anstalten und Gefängnisse profitieren von dieser nützlichen Eigenschaft. Ein weiteres Einsatzgebiet von Spiegelglas ist die Automobilherstellung, in der von außen undurchsichtige Autoscheiben den Insassen Sichtschutz bieten. Nicht zuletzt setzt auch die Polizei auf den einseitigen Spiegeleffekt in Form von Spionglas, um Tatverdächtige zu beobachten. Alles in allem ist das Spiegelglas ein wahrer Alleskönner, das in Kombination mit einem farbigen Flachglas auch der künstlerischen Gestaltung dienen kann.

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